Hundehändler

Hunde vom Händler – oder: Die Welpen-Mafia

“Es ist unklug, viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zuwenig zu bezahlen. Wenn Sie zuviel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zuwenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten.”

John Ruskin (1819-1900), engl. Schriftsteller, Kunstkritiker u. Sozialphilosoph

Auch wenn für uns ein Hund kein Gegenstand ist, trifft diese Umschreibung doch sehr die Beschreibung der „Billigschnäppchen“, die vor allem im Internet angeboten werden! Die Welpen sind billig, weil einfach an allem gespart wurde.

Die Eltern wurden auf keine Krankheiten untersucht. Verschläge, meist irgendwo im osteuropäischen Ausland, in denen Hündinnen ohne Tageslicht mindestens zweimal pro Jahr Welpen gebären müssen (mit Tabletten kann man den Zyklus steuern, sodaß eine Hündin auch mehrmals jährlich Welpen haben kann), alles ist dreckig, die Welpen werden zu früh von der Mutter getrennt, sind schlecht ernährt, nicht entwurmt oder geimpft, erhielten keine Prägung oder Sozialisierung, werden im Transporter über die Grenze gekarrt und billig im Internet angeboten. Oftmals haben die Händler noch weitere zehn bis 20 Rassen im Angebot und bringen die Welpen sogar bis an die Haustüre.

Phantasie? Nein, denn der deutsche Blätterwald ist voll von Berichten darüber und auch bei „Stern-TV“ oder „akte“ kann man immer wieder Berichte über die Ware Hund und die Welpen-Mafia verfolgen. Das böse Erwachen kommt nach dem Kauf: Die Welpen sind krank, nicht geimpft oder entwurmt, man trägt das vermeintlich gesparte Geld dreifach zum Tierarzt, der Hund ist verhaltensgestört und wenn der Besitzer eine Frage hat, steht er allein auf weiter Flur, denn er hat keinen kompetenten Ansprechpartner.